Kleine Baumeister, große Wirkung – Wildbienenhotels am Haghof

Wenn Kinder zu Naturschützern werden: Am Haghof verwandelten junge Baumeisterinnen und Baumeister einen Golfplatz in eine lebendige Naturwerkstatt – und legten damit den Grundstein für ein neues Zuhause der Wildbienen.

 

Ein besonderer Tag nimmt Form an...neugierige Blicke, fleißige Hände und jede Menge Begeisterung für die Natur – der Haghof erlebte einen Tag, der weit über das gewöhnliche Vereinsleben hinausging. Kinder und Jugendliche trafen sich zu einem Umweltbildungsworkshop, der Wissensvermittlung und praktisches Handwerk auf einzigartige Weise verknüpfte. Heraus kam nicht nur ein imposantes Wildbienenhotel, sondern auch ein Stück gelebter Naturschutz – direkt auf dem Golfplatz.
 

Der Workshop ist Teil des Jugend-Umweltbildungsprojekts „Wildbienenhotels im Golfsport – Nachhaltigkeit erleben mit Kindern und Jugendlichen", das im Sommer 2026 an sechs Golfclubs in Baden-Württemberg stattfindet. Der Haghof machte dabei den Anfang – als erster Club überhaupt, der im Rahmen der Initiative dieses Format ausrichtet.

 

Von Maskenbienen und wilden Schwestern

Los ging es mit „Majas wilden Schwestern" – und schnell wurde klar: Die Welt der Wildbienen steckt voller Überraschungen. Über 600 verschiedene Wildbienenarten leben allein in Deutschland. Manche sammeln Pollen an den Beinen, andere am Bauch, wieder andere schlucken sie einfach hinunter. Die Teilnehmenden lernten Maskenbienen, Mauerbienen und sogar Kuckucksbienen kennen – jene Opportunistinnen, die ihre Eier heimlich in fremde Nester legen.

 

Es wurde gestaunt, gefragt und auch viel gelacht. Vor allem aber wurde deutlich, wie spannend Natur sein kann, wenn man sie nicht nur erklärt bekommt, sondern wirklich erleben darf.

 

Werkzeug in die Hand – jetzt wird gebaut!

Nach dem Wissensinput wollten alle nur noch eines: loslegen. Mit Werkzeug, Holz und jeder Menge Tatendrang machten sich die kleinen und großen Baumeisterinnen und Baumeister ans Werk. Es wurde gebohrt, gefeilt, geklebt und befüllt – hoch konzentriert, mit viel Geduld und manchmal auch mit einem kräftigen Einsatz der Muskulatur.

 

Das Ergebnis: ein gemeinsam gebautes, großes Wildbienenhotel, das künftig einen festen Platz auf dem Golfplatz am Haghof bekommen wird. Ein echtes Gemeinschaftsprojekt – entstanden aus Kinderhänden und hoffentlich schon bald das neue Zuhause für viele summende Bewohnerinnen. Und weil der besondere Tag nicht einfach enden sollte, durfte jedes Kind zusätzlich eine eigene kleine Nisthilfe bauen und mit nach Hause nehmen. So zieht ein kleines Stück Haghof-Naturschutz nun in viele Gärten und auf Balkone weiter.

 

Golfplatz als Lebensraum – mit Tradition und Vision

Der Haghof verbindet Golfsport und Naturschutz nicht erst seit diesem Workshop. Die Initiative „Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt" bildet den übergeordneten Rahmen, in dem der BWGV gemeinsam mit seinen Mitgliedsclubs seit Jahren daran arbeitet, Golfanlagen als Orte biologischer Vielfalt zu gestalten. Das Jugend-Umweltbildungsprojekt fügt dieser Arbeit nun eine neue, besonders zukunftsweisende Dimension hinzu: die nächste Generation.

 

Das Projekt wird durch den LSV-Nachhaltigkeitspreis 2025 gefördert – eine Auszeichnung, die die gesellschaftliche Relevanz dieses Engagements unterstreicht und den Workshops finanzielle Unterstützung sichert.

 

Ausblick & Mitmachen

Der Auftakt am Haghof hat gezeigt, was möglich ist, wenn Golfclubs konsequent Verantwortung für ihre Naturräume übernehmen. Fünf weitere Clubs in Baden-Württemberg werden in den kommenden Wochen folgen – jeder Workshop ein weiterer Baustein für eine lebendige Golflandschaft, die Artenvielfalt nicht nur toleriert, sondern aktiv fördert.

Einzug erwünscht: Die Zimmer sind bezugsfertig – gebaut von den kleinsten Naturschützern des Haghofs.
Wissen, das begeistert: Armin Dammenmiller vom NABU Schwäbisch Gmünd nahm die jungen Naturschützerinnen und Naturschützer am Haghof mit in die faszinierende Welt der Wildbienen – und hinterließ dabei mehr als nur Fakten. Er hinterließ Begeisterung.
Theorie trifft Tatendrang: Armin Dammenmiller vom NABU Schwäbisch Gmünd legte den Grundstein – wenig später legten die Kinder los.
Sorgfalt ist gefragt: Mit der Feile werden die Schilfhalme geglättet und entgratet – denn saubere Schnittkanten schützen die Wildbienen vor Verletzungen an den Flügeln und sind Grundvoraussetzung für eine funktionsfähige Nisthilfe.
Mit Geduld und einem Tropfen Leim: Wer ein Zuhause für Wildbienen baut, weiß – hier zählt jedes Detail. Und manchmal kleben dabei auch die Finger ein bisschen mit.
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