Drei Klassen, ein Sieger-Club – und ein Krimi um Platz 2
Beim BWGV-Landesfinale der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Golfers Club Bad Überkingen dominierte der GC St. Leon-Rot – doch der eigentliche Nervenkitzel spielte sich im Kampf um die begehrten Bundesfinal-Tickets ab. Ein einziger Schlag entschied bei den AK14 Jungen über Jubel und Enttäuschung.
Eingebettet in die sanft geschwungene Kulisse des Oberen Filstals empfing der Golfers Club Bad Überkingen an diesem Wochenende 76 Nachwuchstalente aus 16 Mannschaften zum Landesfinale in drei Altersklassen. Der 18-Loch-Championship-Kurs, präsentierte sich nach der Hitzewelle der Vortage in charaktervoller Verfassung: harte Fairways, ausgetrocknetes Rough – und Grüns, die trotz der widrigen Witterung in makelloser Qualität rollten. Wer hier bestehen wollte, brauchte Kreativität im kurzen Spiel und eiserne Nerven auf den kupierten Passagen. Bereits die Proberunde am Freitag bei angenehmeren Temperaturen ließ erahnen: Der Platz würde nichts verschenken.
Auf dem Spiel stand mehr als nur ein Titel. Die zwei besten Erstmannschaften jeder Altersklasse lösen ihr Ticket für das Bundesfinale am 10./11. Oktober 2026 – die Mädchen der AK14 reisen dann nach Großensee, die Jungen der AK14 nach Gifhorn, die AK16-Mädchen nach Mülheim an der Ruhr. Zweite Mannschaften sind von der Finalteilnahme ausgeschlossen, was die Konstellation im Feld zusätzlich verschärfte.
AK16 Mädchen: Eine Golfdemonstration aus St. Leon-Rot
Was das Duo Lorena Guth und Luise Jung (beide GC St. Leon-Rot) im Auftakt-Vierer präsentierte, hatte Seltenheitswert: Birdie, Birdie, Eagle zum Start – und am Ende eine Par-Runde von 71 in diesem taktisch anspruchsvollsten aller Formate. Damit war der Ton gesetzt. In den Einzeln bestätigte das Team seine Favoritenrolle mit beeindruckender Konstanz: Runden von -3, -1 und +3 flossen in die Wertung ein, angeführt von Lorena Guth mit einer herausragenden 68 (-3), der besten Einzelrunde des gesamten Wochenendes. Am Ende standen für den GC St. Leon-Rot I sagenhafte -18 Schläge über CR – ein Statement.
Dahinter lieferte der GC Mannheim-Viernheim eine geschlossene Mannschaftsleistung ab, angeführt von einer starken Greta Grohs (2 über PAR im Einzel). Damit sicherte sich Mannheim Rang 2 mit einer +5.0 als Teamwertung. Das begehrte zweite Bundesfinal-Ticket geht damit in die Kurpfalz. Auf Platz 3 folgte die zweite Mannschaft aus St. Leon-Rot, komplettiert von GC Hetzenhof, Stuttgarter GC Solitude und Freiburger GC.
AK14 Mädchen: Souveräner Doppelerfolg der St. Leon-Roter
Die erste Mannschaft aus St. Leon-Rot dominierte mit +27.0 vor der eigenen zweiten Vertretung (+46.0). Herausragende Spielerin: Lena Ilg mit einer bemerkenswerten 75 (+4) im Einzel – die beste Runde der Altersklasse. Der GC Mannheim-Viernheim belegte Rang 3 (+64.0) und darf sich damit ebenfalls über die Bundesfinal-Qualifikation freuen, da die zweite Mannschaft aus St. Leon-Rot nicht startberechtigt ist. Der Stuttgarter GC Solitude komplettierte das Feld.
AK14 Jungen: Ein Ein-Schlag-Krimi im Kampf um Berlin
Die spannendste Geschichte des Wochenendes schrieb die AK14 der Jungen. Vorne setzte sich zwar auch hier der GC St. Leon-Rot I nach zwei Tagen souverän mit +25.8 durch, angeführt von Paul Fritsch, der im Einzel eine Par-Runde von 71 auf das Papier schrieb – bester Spieler seiner Altersklasse. Doch dahinter entfaltete sich ein Nervenspiel bis zum letzten Grün.
Der Freiburger GC hatte am Samstag mit einer überragenden Vierer-Vorstellung (+7.8) vorgelegt und ging als Führender in den Sonntag. Zwar arbeitete sich der Stuttgarter GC Solitude mit einer starken Einzelrunde (+42.0) im Feld nach vorne, doch am Ende trennte beide Teams nur ein einziger Schlag: Freiburg +56.8, Stuttgart +57.8. Der Freiburger GC löst damit das zweite Bundesfinal-Ticket – und die Stuttgarter reisen mit dem bitteren Gefühl ab, wie knapp Gifhorn tatsächlich lag. Herausragend im Freiburger Team: Carl Luca Merz mit +8 im Einzel.
Komplettiert wurde das AK14-Jungenfeld von der zweiten Mannschaft aus St. Leon-Rot (Rang 4), gefolgt von den Heitlinger Golf Resorts Tiefenbach und dem GC Mannheim-Viernheim. Bemerkenswert: In Tiefenbach trat man mit nur fünf Spielern an und lieferte dennoch eine achtbare Vorstellung ab – angeführt von Paul Berger mit einer soliden +3 Runde im Einzel.
Für sechs baden-württembergische Teams geht die Reise damit weiter: Der GC St. Leon-Rot ist in allen drei Altersklassen im Bundesfinale vertreten, ergänzt von Mannheim-Viernheim (zweifach) und dem Freiburger GC. Am 10./11. Oktober 2026 fällt in Großensee, Gifhorn und Mülheim an der Ruhr die Entscheidung um die deutschen Mannschaftstitel – Baden-Württemberg schickt eine schlagkräftige Delegation ins Rennen.
Der BWGV gratuliert herzlich allen Siegerinnen und Siegern zu ihren herausragenden Leistungen und bedankt sich bei der Spielleitung des BWGV, der Geschäftsstelle des ausrichtenden Golfclubs sowie dem Greenkeeping-Team für ihren professionellen Einsatz und die hervorragende Organisation, die dieses Turnier erst möglich gemacht haben.




