GC Bad Rappenau setzt auf Natur-Bewusstsein

Von der Eintönigkeit eines Zuckerrübenfeldes ist nichts mehr geblieben. „Es gibt ja kaum Sportanlagen, die mehr für die Natur tun als Golfplätze“, sagt Melanie Appel mit einem Blick herunter auf die Bahn 9 des GC Bad Rappenau. Die 18-Löcher-Anlage liegt auf 72 Hektar leichtem Hügelland in Baden-Württemberg. Unverbaut ist die Gegend, ein Landschaftsschutzgebiet grenzt an. Wer Ruhe sucht, hier findet er sie. In den Jahren seit Gründung des Clubs 1989 ist die Anlage „irgendwie von allein zu einem Naturparadies geworden“, resümiert die Clubmanagerin.

Wahrnehmung der Mitglieder schärfen

Wirklich als Themenpunkt hat man den Faktor „Natur“ in Bad Rappenau dabei nie betrachtet. Die zahlreichen Streuobstbäume, die großen Blumenwiesen zwischen den Bahnen, die Bachläufe und kleinen Teiche machen den Charakter des Golfplatzes aus. Erst mit dem Projekt „Lebensraum Golfplatz“ des Baden-Württembergischen Golf-Verbandes, an dem der GC Bad Rappenau teilnimmt, ist das Thema Natur verstärkt in den Fokus gerückt.

Vor allem das Thema Kommunikation wird die Aufgabe der nächsten Zeit sein: „Wir müssen die Wahrnehmung der Thematik bei unseren Mitgliedern noch schärfen“, erklärt Gisela Müller, die Vorsitzende des Fördervereins, der sich um Jugendgolf, Naturschutz und Landschaftspflege kümmert. Grundsätzlich nämlich hat der Club mit seinem historischen Clubhaus in Sachen Biodiversität einiges zu bieten: Die Blumenwiesen zwischen zahlreichen Bahnen sind eines der Merkmale der Anlage. Dem oftmals auf Golfplätzen verbreiteten Hang zum Abmähen jeglichen Roughs sind sie noch nicht zum Opfer gefallen. Eine Kooperation mit einem örtlichen Bauern erspart dem Club die Mäharbeit und sorgt gleichzeitig für die Förderung der Pflanzen- und Insektenvielfalt.

Für die Organisation von biologischen Erhebungen, Vogelzählungen, Kooperationen mit Naturschutzverbänden war auf der der Golfanlage bis dato kaum Zeit. „Bei uns muss das alles ehrenamtlich geschafft werden“, erklärt Müller. In dem Bereich aber tut sich durchaus einiges: Die Jugendlichen werden im Rahmen einer Trainingseinheit einmal im Jahr zur Apfelernte verpflichtet, ein Hornissennest wurde vor kurzem aufgehängt und die Säuberung des überwucherten Bachlaufes steht ebenso an wie der fachgerechte Zuschnitt der Obstbäume. Statt der abgestorbenen Exemplare, die entfernt werden müssen, sollen in Zukunft alte heimische Obstsorten gepflanzt werden.

1300 Euro für Wildbienen-Projekt gesammelt


Spannend dürften auch die Ergebnisse der Vogelerhebung werden, die im Moment in Kooperation mit dem örtlichen NABU erfolgt. Aufgrund der zahlreichen großen Hecken, der unverbauten Lage und der groß gewachsenen Bäume ist die Vielfalt an Vögeln auf der Anlage groß. Auch die Nistkasten-Aktion mit einer örtlichen Förderschule fällt in diesen Bereich. Störche nisten noch nicht, nutzen aber immerhin das Nest.

Das Interesse bei der Mitgliedschaft für die Thematik Natur auf dem Golfplatz ist dabei offensichtlich gegeben: Im Rahmen der Süddeutschen Bienenwoche kamen immerhin 1300 Euro für ein Wildbienenprojekt zusammen, das als Ergänzung zum Honigbienenprogramm, das mit einem örtlichen Imker durchgeführt wird, entstehen soll. Auch die Abmagerung einer Wiesenfläche ist geplant.

Reichlich Projekte also für einen Club, der ansonsten schon mit dem Alltagsgeschäft und der Corona-Maßnahmen gut eingedeckt ist. Das Thema „Lebensraum Golfplatz“, so die Einschätzung von Melanie Appel, werde trotzdem immer wichtiger: Schließlich punkte die Golfanlage mit ihrer Ruhe und dem Naturerlebnis gerade auch bei Neugolfern. Ein echter Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Sportarten.

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