Freiburgs Golfer setzen auf Biodiversität

Georg von Oppen steht auf einer platten Wiese in der Nähe von Kirchzarten. Durchgängiges Grün und Braun jetzt im Herbst. Erst bei genauerem Hinsehen fallen die Streifenschattierungen auf, die sich durch die Mitte der Wiesen ziehen. „Das hat sich hier doch schon sehr ordentlich entwickelt – und es wird noch besser“, resümiert Georg von Oppen, Präsident des Freiburger Golfclub, der ein paar Minuten Fahrtzeit entfernt liegt. Das Thema Artenreichtum auf Ausgleichsflächen ist ihm in den vergangenen Jahren vertraut geworden.

Redesign der Anlage seit 2019

Wer im Moment über den Traditionsclub im Schwarzwald spricht, denkt eigentlich weniger über Pflanzen wie den Großen Wiesenknopf, über Frauenmantel oder Wiesen-Knöterich nach. Im Freiburger Golfclub sind die neugestalteten Grüns der Hingucker, die modernen Bunkerflächen, die neuen Eröffnungslöcher eins und zwei. Seit 2019 hat die Anlage ein Redesign der 18 Löcher durchgezogen, um den Schritt in die erste Liga der deutschen Anlagen zu vollziehen. Dass das Thema Wiesen dabei keine unwesentliche Rolle gespielt hat, ist Golfern kaum bewusst.

Aufwertung der Wiesenflächen

Tatsächlich aber war die Genehmigung der Umbaumaßnahmen auch mit einem Projekt zur deutlichen Aufwertung von angrenzenden Wiesenflächen und Außenbereichen verbunden. Die Bestandsaufnahme im Juni 2015 durch das Naturzentrum Kaiserstuhl war klar. „Die Vegetationsstruktur der einschürigen, ungedüngten Wiesen des Golfplatzes ermöglicht sehr vielen Arten günstige Lebensbedingungen.“ Man bewertete sie mit „Erhaltungszustand A“, der Top-Gruppierung. Die an den Golfplatz angrenzenden Flächen dagegen wurden ebenso wie die landwirtschaftlich genutzten Ausgleichsflächen weitgehend als C, also schlecht im Hinblick auf die Artenvielfalt, eingestuft. Sie sollten verbessert werden.

Sechs Jahre später hat sich die Lage deutlich gewandelt. Auf den Ausgleichsflächen außerhalb des Golfplatzes wurden in den vergangenen Jahren sogenannte Frässtreifen angelegt, 2017 und 2018 startete man mit neu eingesäten Flächen von 12.300 Quadratmetern. Das Saatgut für die Frässtreifen stammt dabei von einer der artenreichen Wiesen innerhalb des Golfplatzes. Hier wurde das Mähgut gedroschen, der Samen gesammelt und mit anderen typischen Samensorten abgemischt und dann auf neuen Flächen eingesät.

Artenbestand steigt deutlich


Das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Das Arteninventar zeigt sich gegenüber dem Ausgangszustand deutlich aufgewertet“, ist einer Bestandsaufnahme im Jahr 2019 zu entnehmen. Die Artenanzahl auf den Flächen hat sich von durchschnittlich 13 auf 30 erhöht, die Qualität der Flächen hat sich von Zustand C in weiten Teilen auf B gewandelt.

Gleiches gilt auch für jenes Areal, das der Golfer weit besser im Blick hat. Auch neben den Golfbahnen hat der Golfclub mit Hilfe eines Biologen inzwischen weit mehr artenreiche Wiesen aufzuweisen als vorher. Der Spielbetrieb ist dadurch nicht behindert, neben der Biodiversität hat sich auch die Optik verbessert.

Diese Entwicklung soll sich sowohl auf den Wiesenflächen außerhalb als auch innerhalb der Golfanlage durch weitere Ausmagerung und fristgerechte Abmahd der Flächen fortsetzen. Dies, so die Prognose nach der letzten Bestandsaufnahme, werde die „weitere Ausbreitung der gewünschten Arten in der Fläche jährlich voranbringen und begünstigen.“

Das Golfplatz-Redesign als Win-Win-Situation für Golfer und Naturschützer, so hat Georg von Oppen diese Entwicklung erlebt. Über eine Steigerung der Artenvielfalt auf den Wiesen rund um den Golfplatz hätte man sich ohne die Umbaumaßnahmen wohl kaum Gedanken gemacht. Jetzt steht der Präsident durchaus begeistert über den Wiesenkräutern, die sich auch auf den Ausgleichsflächen entwickeln. „Mit den Jahren bekommt man ja ein Auge dafür“, resümiert er. Der Große Wiesenknopf ist hier längst nicht mehr auf dem Rückzug.

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