Zwischen Kiefernduft und Nieselregen: BWGV-Senioren erkämpfen Rang sechs beim Länderpokal AK 50
Drei Sommertage, ein Regensonntag – und ein Länderpokal AK 50, der bis zum letzten Putt Nerven kostete. Das Team des BWGV lieferte in der Lüneburger Heide eine kämpferische Vorstellung und verpasste den fünften Platz nur um Haaresbreite.
Wer den Club zur Vahr kennt, weiß: Hier spielt Golf in zwei Welten. Der Stammsitz liegt seit 1905 mitten in Bremen, wo rund 4.000 Mitglieder in einem klassischen Country-Club nicht nur Golf, sondern auch Tennis, Hockey, Ton-Taubenschießen und den Sprung ins clubeigene Freibad pflegen – ein Gründungsmitglied des Deutschen Golf Verbandes mit gelebter Sportvielfalt. Der 18-Loch-Turnierplatz aber, Schauplatz des Länderpokals AK 50 vom 24. bis 26. Juli 2026, wartet 30 Kilometer weiter nördlich in Garlstedt. Ende der 1950er-Jahre entwarf ihn Bernhard von Limburger als schmalen, kiefernduftenden Waldkurs – eine Anlage, die Präzision höher gewichtet als pure Länge und deren enge Spielbahnen jeden Schlag zur Charakterprobe machen.
Genau dort trafen sich die zwölf deutschen Landesgolfverbände zum traditionellen Vergleich der besten Seniorinnen und Senioren – ein Format, das seit Jahrzehnten eine ganz eigene Handschrift trägt.
Vom Zählspiel-Krimi ins Match-Play-Duell
Der Länderpokal AK 50 folgt einem bewährten Drehbuch: Am Freitag entscheidet eine Zählspielrunde aller sechs Spieler pro Team (die besten fünf zählen) über die Gruppen-Zuordnung. Danach geht es im Lochspiel um alles – Samstag und Sonntag jeweils mit einem klassischen Vierer und vier Einzeln.
Und die Qualifikation hatte es in sich. Der Golfverband Nordrhein-Westfalen setzte mit sensationellen +6 ein Ausrufezeichen, verwies Schleswig-Holstein (+18) mit deutlichem Abstand auf Rang zwei. Dann folgte jenes berüchtigte Mittelfeld, das den Länderpokal Jahr für Jahr zum Nervenspiel macht: Zwischen Platz drei und sechs lagen ganze vier Schläge. Der BWGV landete mit +25 punktgleich mit Bayern auf dem geteilten fünften Rang – nur ein einziger Schlag fehlte auf Berlin-Brandenburg und damit den Sprung ins Titel-Quartett. Bester BWGV-Spieler im Zählspiel war Jörg Peter Paulus mit einer starken 75 (+1), gefolgt von Reto Aeberhard (77) sowie Rodolfo Erico Junge, Thomas Krieger und Ralf Wagner (je 81).
Damit ging es für das BWGV-Team in die Zwischenrunde der Gruppe B um die Plätze fünf bis acht. Am Samstag wartete Rheinland-Pfalz/Saarland – und die Baden-Württemberger ließen keine Zweifel aufkommen. Mit 3,5:1,5 wurde das Duell klar zu den eigenen Gunsten entschieden: Rodolfo Erico Junge gewann sein Einzel mit 3&2, Marcus Brandt fegte seinen Gegner mit 5&4 vom Platz, Jörg Peter Paulus setzte sich 3&2 durch, während Ralf Wagner sein Match mit 2&1 abgeben musste. Der Vierer von Reto Aeberhard und Steven Kelbrick endete All Square.
am Sonntag dann das Spiel um Platz fünf gegen Bayern – und ein Duell, das die Charakteristik des ganzen Turniers spiegelte: eng, sportlich, bis zur letzten Bahn offen. Marcus Brandt lieferte mit seinem 6&5-Sieg den deutlichsten Punkt des Tages, Rodolfo Erico Junge komplettierte mit 4&2 die zwei BWGV-Zähler. Doch Thomas Krieger unterlag Christian-Nikolaus Kasper mit 4&3, der Vierer Aeberhard/Kelbrick verlor mit 3&2, und Jörg Peter Paulus musste sich auf der 18 knapp geschlagen geben. Endstand: 2:3 – denkbar knapp verpasst, aber mit erhobenem Haupt.
Regen im Finale, klare Sieger
Während die BWGV-Senioren um Platz fünf kämpften, entwickelte sich das obere Tableau zum großen Duell des Nordwestens. Die Halbfinals hatten es in sich: NRW rang Berlin-Brandenburg mit 3:2 nieder, Hessen bezwang Schleswig-Holstein mit dem gleichen Ergebnis. Am Sonntagmorgen dann der Wetterumschwung – nach drei strahlenden Sommertagen zog Nieselregen über Garlstedt, die Temperaturen fielen spürbar. Ausgerechnet zum Finaltag zeigte sich der norddeutsche Sommer von seiner rauen Seite
Nordrhein-Westfalen ließ sich davon nicht beeindrucken und krönte eine über alle drei Tage überragende Vorstellung mit einem klaren 4:1-Erfolg gegen Hessen. Im Spiel um Platz drei behielt Schleswig-Holstein mit ebenfalls 4:1 gegen Berlin-Brandenburg die Oberhand.
Endstand 2026:
- Nordrhein-Westfalen
- Hessen
- Schleswig-Holstein
- Berlin-Brandenburg
- Bayern
- Baden- Württemberg
- Hamburg
- Rheinland-Pfalz
- Niedersachsen-Bremen
- Mecklenburg-Vorpommern
- Sachsen-Thüringen
- Sachsen-Anhalt
Ausblick: 2027 kommt der Länderpokal nach Baden-Württemberg
Und der Blick nach vorn ist reizvoll: 2027 richtet der BWGV den Länderpokal AK 50 selbst aus – Heimspiel für die Baden-Württemberger, mit allen Chancen und allem Druck, die dazugehören.



