CLUBNEWS: Wenn Golfplätze Brücken bauen – Partnerschaftsbesuch aus der Normandie im Fürstlichen Golfressort Bad Waldsee

Ein Besuch, der Vorurteile auf dem ersten Abschlag lies: Mitglieder des Partnerschaftskomitees aus Conches in der Normandie entdeckten am 31. Juli auf dem Fürstlichen Golfressort Bad Waldsee, was ein moderner Golfplatz wirklich ist – und staunten nicht schlecht.


Erstes Mal auf dem Golfplatz – und gleich eine Lektion in Ökologie

Für viele der angereisten Gäste aus der französischen Partnerstadt Conches war es der erste Schritt auf einen Golfplatz überhaupt. Was sie erwarteten: gepflegte Rasenflächen, kurz gemähte Bahnen, vielleicht das Klacken eines Schlägerkopfes in der Ferne. Was sie erlebten: eine lebendige Entdeckungsreise durch ein ökologisches Refugium mitten in der oberschwäbischen Agrarlandschaft.
 

Unter der Führung von Martin Elsäßer, Vorsitzender des Umweltausschusses des Baden-Württembergischen Golfverbandes (BWGV) und Umweltbeauftragter des Golfressorts, trafen sich die Mitglieder des Partnerschaftskomitees aus Conches am 31. Juli mit ihren Aulendorfer Gastgebern zu einem besonderen Programmpunkt ihres Partnerschaftsbesuchs [3]. Die Wahl des Ortes war kein Zufall: Das Fürstliche Golfressort Bad Waldsee bietet nicht nur erstklassige Spielbedingungen, sondern auch eine beeindruckende ökologische Vielfalt, die selbst erfahrene Naturbotschafterinnen und -botschafter ins Staunen versetzt.
 

5 % Grün – und 50 % Natur

Die erste Überraschung ließ nicht lange auf sich warten. Viele der Besucher gingen zunächst davon aus, dass ein Golfplatz ausschließlich aus intensiv gepflegten Spielbahnen besteht – ein weit verbreitetes Missverständnis. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Hochgemähte Flächen wie Abschläge und Grüns nehmen lediglich rund 5 % der Gesamtfläche einer Golfanlage ein. Die extensiv bewirtschafteten Bereiche zwischen den Spielbahnen hingegen umfassen etwa 50 % des Geländes – und genau dort entfaltet sich ein botanischer und faunistischer Reichtum, der in der intensiv genutzten Kulturlandschaft kaum noch zu finden ist .
 

Heideflächen, Steinriegel, Hecken, Seen und Wälder wechseln sich ab – strukturell so vielfältig, dass manche Abschnitte an nordische Tundra erinnern. Auf diesen Flächen gedeihen Pflanzenarten, die aus der mitteleuropäischen Agrarlandschaft weitgehend verschwunden sind. Was anderswo durch Intensivierung, Flächenfraß und Monokulturen verloren geht, findet hier Schutz und Raum zur Entfaltung.


Greenkeeper als Naturschützer

Ein weiterer Aha-Moment für die Gäste aus der Normandie: die Arbeit der Greenkeeper. Wer bei diesem Begriff ausschließlich an Rasenpflege denkt, unterschätzt die ökologische Dimension dieses Berufs erheblich. Die verantwortlichen Greenkeeper des Fürstlichen Golfressorts Bad Waldsee denken gezielt in ökologischen Zusammenhängen – welche Bereiche extensiv gehalten werden, wo Totholz stehen bleiben darf, wie Mähzeitpunkte mit dem Blührhythmus seltener Pflanzen abgestimmt werden. Die Besucher zeigten sich nicht nur erstaunt, sondern ausdrücklich erfreut über diese Haltung.

Biodiversität auf dem Golfplatz ist keine Nebenwirkung, sondern das Ergebnis bewusster Entscheidungen – und das Fürstliche Golfressort Bad Waldsee liefert dafür ein eindrucksvolles Beispiel.


Eindrücke mit Aussicht verarbeiten

Den Abschluss des Besuchs bildete ein geselliges Beisammensein auf der wunderschön gelegenen Hotelterrasse. Bei einem Gläschen wurden die frischen Eindrücke besprochen, Fragen gestellt und das weitere Programm des Partnerschaftsbesuches geplant. Aus einem Pflichttermin war ein echter Begegnungsmoment geworden – zwischen zwei Städten, zwei Kulturen und einer gemeinsamen Neugier auf die Natur.

 

Ausblick und Mitmachen

Begegnungen wie diese zeigen: Golfanlagen sind weit mehr als Sportflächen – sie sind Botschafter für eine naturverträgliche Landnutzung und ideale Orte, um Vorurteile abzubauen und Neugier zu wecken. Wer mehr darüber erfahren möchte, wie der BWGV Biodiversität und Golfsport zusammendenkt, findet Informationen unter www.lebensraum-golfplatz.de.
 

Interessierte Clubs, die ähnliche Führungen oder Umweltprojekte für ihre Mitglieder, Gäste oder Kooperationspartner ins Leben rufen möchten, sind herzlich eingeladen, den Kontakt zum BWGV zu suchen.

 

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