Länderpokal 2009 – Mission completely IMPossible
Wie konnte das nur passieren?!? Nach zwei deutlichen Siegen in Folge rechnete ganz Deutschland - und vor allem der BWGV – damit, dass man beim 30. Länderpokal im Licher GC (Hessen) erfolgreich um die Medaillenplätze mitkämpfen würde.
Doch bereits im Vorfeld war der Wurm drin: das Team um Kapitän Oliver Übelhör und Landestrainer Tobias Heim hatte mit vielen (termin- und verletzungsbedingten) Absagen zu kämpfen, und das bis zur buchstäblichen letzten Minute vor dem Tag der Abreise. Und nur viele Telefonate und Flexibilität machten ein Teilnehmen mit 9 Spielern überhaupt möglich.
Dennoch ging das Team hoch motiviert an die etwas gewachsene Aufgabe heran. Mit der üblichen perfekten Vorbereitung startete man in die Vierer am Freitag, doch die Erwartungen wurden enttäuscht: War man sonst deutliche „Unter-Par-Runden“ von den BWlern gewöhnt, wurde für unser Team, trotz eines Streichergebnisses, dreimal die 75 (Par 71) auf dem Leaderboard vermerkt! BUFF! Das bedeutete Platz 6 mit 225 Schlägen!
Allgemein ging die Höhe der Scores, bzw. das Fehlen zahlreicher „Unter-Par“-Runden allerdings auch auf das Konto des Licher Golfclubs: landschaftlich wunderschön, topgepflegt und mit pfeilschnellen Grüns wurde der Platz höchsten Ansprüchen gerecht und erforderte Golf auf höchstem Niveau – einen besseren Austragungsort kann man sich für solch ein Event also nicht vorstellen.
Nordrhein-Westfalen blieb als einzige der 12 Mannschaften „unter Par“ und setzte sich mit 211 Schlägen an die Spitze, gefolgt von Gastgeber Hessen mit 214 Schlägen. Vier Schläge dahinter Berlin-Brandenburg auf Rang 3.
Trotzdem gab es keinen der Entourage aus BW, der den Kopf in den Sand steckte, feurige Reden der Betreuer hoben die Stimmung, und das Team bereitete sich zuversichtlich auf die Aufholjagd vor.
Doch auch am Samstag wurde es nicht besser, anstatt auf dem Leaderboard nach oben zu klettern, verloren die Jungs einen weiteren Platz, und fanden sich nach 20 über Par in 6 von 8 Einzeln auf dem 7. Rang wieder. Die beste Runde des Teams spielte Fabian Haug (Stuttgarter GC Solitude) mit 72 Schlägen, es folgten Scores von 74, 74, 75, 75, 76. Mit 32 über Par hatte man damit einen gehörigen Rückstand auf die Medaillenränge.
NRW holte sich aufgrund einer nachträglich durchgeführten Disqualifikation wegen Etikettenverstoß eines Spielers aus Hessen, den ersten Platz auf dem Leaderboard zurück, und stand nun mit 6 über Par an der Spitze des Teilnehmerfeldes. Hessen verlor durch die Disqualifikation sogar noch einen weiteren Platz und musste Hamburg mit 10 über Par, nach Papierstechen, ebenfalls vorbeiziehen lassen.
Der Finaltag brachte – zumindest in Beziehung auf uns – keine Überraschungen, 22 Schläge in 6 Einzeln aufzuholen ist nahezu unmöglich, und obwohl unsere Spieler alle ihr Bestes gaben, reichte es am Ende nur zu Platz 6. Mit Runden von 68 (Moritz Lampert/ St. Leon-Rot), 70, 71, 72, 73, 74 und 2 über Par für den Tag, insgesamt dann 1099 Schlägen (34 über Par) schnitt unser Team ähnlich „schlecht“ ab, wie 2006 in Usedom. Danach gab es allerdings zwei Siege! In diesem Sinne, wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!!!
Im Kampf um die Medaillen war es dagegen spannend, drei Mannschaften innerhalb von 2 Schlägen, die um den Titel kämpfen, das bringt schon einiges mit sich: Betreuer, die mit Zwischenergebnissen über die Fairways jumpen, jeden Spieler informieren, motivieren und noch mal klarmachen, dass es wirklich auf jeden Schlag ankommt! Oliver Übelhör und Tobias Heim kennen diese Gefühle bestens, man ist hoch gespannt, essen kann man kaum was und im Bauch sausen Schmetterlinge – mitfiebern ist eigentlich schlimmer, als selber spielen!
Jedenfalls schaffte es Hessen mit grandioser Leistung, die beiden anderen Teams hinter sich zu lassen. Mit 4 unter Par und 1061 Schlägen gewannen sie nach 9 Jahren wieder einmal den „großen“ Länderpokal. Die Silbermedaille ging an Hamburg mit 8 über Par, Benedict Staben vom Hamburger GC Hittfeld unterstrich am letzten Tag seine gute Turnierform und steuerte mit 9 unter Par den Platzrekord dafür bei. Für NRW wurde es am Ende der dritte Platz mit 9 über Par.
Für unser Team spielten:
Moritz Lampert (St. Leon-Rot/ Hcp +3,2), Christian Schunck (St. Leon-Rot/ +2,9), Christopher Specht (Heddesheim/ +2,5), Sebastian Schwind (St. Leon-Rot/ +2,0), Fabian Haug (Stuttgarter GC Solitude/ +1,9), Marc Mazur (Stuttgarter GC Solitude/ +1,1), Benedikt Bühler (Heddesheim/ +0,7), Boris Wölfel (Heddesheim/ +0,6), Yannik Paul (Mannheim-Viernheim/ +0,5)

